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“Putzbrunn ist mehr als ein Ort – es ist unser Zuhause”

Der Bürgermeisterkandidat im Gespräch über seine Vision für Putzbrunn, Verkehrsberuhigung und die Kraft des Miteinanders

Tom, warum möchtest Du Bürgermeister von Putzbrunn werden? Was können die Menschen von Dir erwarten?

Zunächst einmal: Putzbrunn ist mehr als ein Ort. Unsere Gemeinde ist ein Zuhause – und das für mittlerweile rund 7.000 Menschen. Wir sind eingebettet zwischen Natur und Metropole. Das ist eine große Chance, aber es birgt auch einige Herausforderungen: Unser Ort wird sicher weiterwachsen, der Verkehr wird zunehmen, die Neu-Putzbrunner möchten wir integrieren. Dafür stelle ich mich zur Wahl: Für ein Putzbrunn, das seine Stärken kennt, seine Chancen nutzt und seine Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Was heißt das konkret?

Ich möchte zum Beispiel mehr Orte für Begegnungen schaffen – grüne Oasen, in denen sich die Putzbrunnerinnen und Putzbrunner treffen und austauschen können. Ein lebenswertes Putzbrunn ist für mich eines mit einem Bürgerpark, den ich entwickeln will, sowie Spielplätzen, Sport- und Freiflächen. Dazu gehört auch der Ausbau und die Weiterentwicklung von Freizeit- und Kulturangeboten für Jugendliche und junge Erwachsene: Unser Ort soll auch abends lebendig sein. Ich begreife den Zuzug der Menschen als große Chance, weil er den Ort vielfältiger und interessanter macht.

Was bringst Du mit, um als künftiger Bürgermeister die Zukunft des Ortes mitzugestalten?

Ich unterrichte Mathematik, Physik und Ethik. Ich habe den tollsten Job der Welt, weil ich das Privileg habe, jeden Tag an der Zukunft unserer Gesellschaft mitzuwirken. Die tägliche Auseinandersetzung mit jungen Menschen ist einfach eine großartige Aufgabe, die ich sehr genieße. Andererseits ist der Lehrberuf heute auch mit viel Verwaltung verbunden – das macht nahezu die Hälfte meiner Arbeitszeit aus. Das ist eine Erfahrung, von der ich im Amt des Bürgermeisters sicher profitieren werde. Gleichzeitig habe ich in vielen anderen Bereichen wertvolle Erfahrungen sammeln können. Unter anderem habe ich acht Jahre in der Pflege von Menschen mit Behinderung gearbeitet – eine sehr lehrreiche und wertvolle Zeit.

Wie würden Deine ersten Tage als Bürgermeister aussehen?

Die Türen aufmachen, durchlüften. Ich will Putzbrunn gemeinsam mit seinen Bürgerinnen und Bürgern gestalten und werde deshalb unter anderem eine offene Sprechstunde etablieren, in der ich mit allen ins Gespräch kommen möchte. Wo drückt der berühmte Schuh? Welche Ideen gibt es, um neue Dinge umzusetzen? Wo lässt sich ein Stück Zukunft wirksam anstoßen? Außerdem freue ich mich auf das Team im Rathaus – ein sehr professionelles, eingespieltes Team, auf dessen Erfahrungen ich setze, um gemeinsam unseren Ort voranzubringen. Auch hier geht es in erster Linie ums Zuhören. Gleichzeitig werde ich keine Zeit verlieren und einige der Zukunftsthemen schnell anstoßen.

Welche sind das?

Wir, die Bürgerinnen und Bürger Putzbrunns, nehmen schon heute den Verkehr als große Belastung wahr, und alle Prognosen zeigen, dass er eher zunehmen wird. Das Gute ist: Der ÖPNV ist bereits gut ausgebaut und für alle im Ort kostenfrei nutzbar. Er soll aber noch attraktiver werden, damit das Angebot von noch mehr Menschen gerne angenommen wird. Dazu zählen zum Beispiel Bushaltestellen, die vor der Witterung schützen, barrierefrei zugänglich sind und bei längeren Wartezeiten einen Platz zum Ausruhen bieten. Außerdem möchte ich mir die Taktung der Buslinien genauer anschauen, um zu sehen, wo noch Luft nach oben ist.

Trotzdem bleibt der Verkehrslärm ein Problem…

Ja, und das gilt vor allem für die B471, die durch unseren Ort führt. Dazu haben wir vor ein paar Monaten eine Begehung mit dem Landtagsabgeordneten und Verkehrsexperten Dr. Markus Büchler durchgeführt, um zu sehen, wo wir ansetzen können. Dass zu hohes Tempo ein Problem darstellt, hat der Blitzer auf Höhe der Brennerei Mitte des Jahres eindrucksvoll bewiesen: Wir hatten über 10.000 Verstöße wegen zu hoher Geschwindigkeit in nur zwei Wochen – das sind über 700 jeden Tag. Das ist nicht nur eine unnötige Lärm- und Schadstoffbelastung, die den Verschleiß des Asphalts erhöht und damit für höhere Instandhaltungskosten sorgt, sondern auch ein echtes Sicherheitsproblem für die Menschen, die hier leben. Aus Studien wissen wir, dass in Ortschaften mit Tempo 30 die Zahl der Verkehrsunfälle drastisch sinkt. Aus diesem Grund arbeite ich daran, dass im ganzen Ort – mit wenigen Ausnahmen – Tempo 30 zum Standard wird.

Ist die B471 nicht Aufgabe des Bundes, wo die Gemeinde keinen Einfluss hat?

Bis vor Kurzem war das noch so. Aber die Gesetzgebung erlaubt neue Spielräume. So können bestehende Tempo-30-Zonen mit Lücken von bis zu 500 Metern zusammengeführt werden. Für ein Mehr an Sicherheit brauchen wir auch Zebrastreifen – zum Beispiel am Kirchenzentrum, an der Apfelwiese und auf den Wegen zu Schulen und Kindergärten. Dies alles will ich zu einem Gesamtkonzept formen, mit dem Ziel, für mehr Lebensqualität und Sicherheit im Ort zu sorgen.

Ein wichtiges Thema ist für Dich das Miteinander. Was bedeutet das für Dich?

Das Ehrenamt in unserer Gemeinde ist sehr stark aufgestellt – es ist ein Herzstück einer lebendigen Gemeinschaft. Es bietet nahezu allen Menschen eine gute Möglichkeit, daran zu arbeiten, was Putzbrunn heute schon zu einem lebenswerten Ort macht. Das Bürgerhaus mit seinem Kulturangebot, der Zugang zur Volkshochschule, die Bücherei, die Sportvereine – Putzbrunn hat schon heute ein hervorragendes Freizeit- und Kulturangebot. Außerdem ist unser Ort auch im Hinblick auf Kindergärten und Schulen sehr gut aufgestellt und ist deshalb ein Magnet für Menschen, die im Umkreis von München ein neues Zuhause suchen. Das will ich weiter stärken. Außerdem brauchen wir mehr Orte der Begegnung: Wie schon erwähnt, setze ich mich seit Längerem für einen Bürgerpark im Herzen von Putzbrunn ein, der Ruhe und Naherholung bieten soll.

Als Grüner steht bei Dir das Thema Klimaschutz sicher weit oben, oder?

Das Schöne ist: Putzbrunn ist heute schon grün. Auf nahezu allen Dächern der öffentlichen Gebäude sind Photovoltaikanlagen installiert und versorgen die Gemeinde mit nachhaltigem und günstigem Strom. Wo das geht, will ich das ausbauen – durch weitere Förderung von Solar- und Windenergie sowie den Anschluss an Fernwärmenetze und Geothermie. Wir sollten davon ausgehen, dass fossile Energieträger in Zukunft deutlich teurer werden. Insofern ist das auch eine sinnvolle Investition, um zukünftigen Belastungen der Gemeindefinanzen durch steigende Energiepreise wirksam entgegenzusteuern. Das macht Putzbrunn auch für Unternehmen langfristig attraktiv. Wir sind in der guten Situation, dass schon heute Firmen mit weltweiter Präsenz auf dem Gemeindegebiet angesiedelt sind.

Was ist Deine Vision für Putzbrunn?

Für die Herausforderungen der Zukunft ist Putzbrunn gut aufgestellt. Dennoch gibt es viel zu tun. Unsere Gemeinde wird weiter wachsen, das Verkehrsaufkommen weiter steigen. Der Erhalt und Ausbau der hervorragenden Sozial-, Bildungs- und Pflegeeinrichtungen will finanziert werden – genauso wie der Technologiewandel hin zu einer nachhaltigen Energie- und Verkehrsinfrastruktur. Ich stehe für Politik auf Augenhöhe: gemeinsam entscheiden, nachhaltig handeln, sozial zusammenhalten. Geben Sie mir bei der Kommunalwahl Ihr Vertrauen – für ein Putzbrunn, das zu allen passt.

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