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Mehr Sicherheit, weniger Lärm – das belegen Studien in Städten wie Oslo

Ja, das ist schon ein Aufreger-Thema. Die Sinnhaftigkeit von Zone-30 in Städten und Gemeinden, wenn sie nicht gerade vor Schulen und Kindergarten liegen, wo sie weitgehend akzeptiert werden, wird oft mit großer Leidenschaft geführt: Zeit für einen Faktencheck.

Zone 30 – mehr Sicherheit

Geschwindigkeit ist der stärkste Hebel der Verkehrssicherheit. Schon kleine Änderungen der mittleren Geschwindigkeit haben große Effekte: Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass 10 Prozent mehr Tempo die Zahl der tödlichen Unfälle um 40 Prozent erhöhen kann.

Noch anschaulicher: Das individuelle Todesrisiko von Fußgängern steigt steil mit der Aufprallgeschwindigkeit. Bei einem Aufprall bei rund 30 km/h liegt es bei Werten zwischen 5 und 10 Prozent – das hängt unter anderem von der Altersgruppe ab. Bei 50 Km/h sind es bereits 30 Prozent – fast jede:r Dritte überlebt einen solchen Unfall nicht.

Zone 30 – weniger Lärm

Straßenverkehrslärm ist laut der Weltgesundheitsorganisation ein gewichtiger Gesundheitsfaktor. Untersuchungen aus Zürich und Brüssel zeigen, dass Menschen in Gegenden, wo nur 30 km/h gefahren wird, spürbar entlastet werden.

Zone 30 – weniger Schadstoffe

Wissenschaftliche Analysen zeigen, dass die Luftschadstoffe tendenziell leicht zurückgehen. Größere Umweltgewinne entstehen, wenn 30 Kilometer pro Stunde als Teil eines Pakets (gleichmäßigerer Fluss, weniger Stop‑and‑Go, Verlagerung zu Fuß/Rad/ÖV) entwickelt und umgesetzt wird. Dass Luftschadstoffe bei niedrigen Geschwindigkeiten steigen, ist im Übrigen ein Märchen, auch das zeigen Modellstudien.

Fallstudie Oslo: Null getötete Zu‑Fuß‑Gehende und Radfahrende (2019)

Oslo erreichte 2019 einen Meilenstein: 0 getötete Fußgänger:innen und Radfahrende (nur ein Verkehrstoter insgesamt). Die Stadt nennt niedrigere Limits, „Herz‑Zonen“ rund um Schulen, massiven Rückbau von Kfz‑Durchgangsverkehr und sichere Infrastruktur als Erfolgsfaktoren. Das ist gelebte Vision Zero – mit 30‑km/h‑Zonen als Baustein.

Deshalb braucht Putzbrunn Tempo 30

Tom Kaleße, Bürgermeisterkandidat für Putzbrunn sagt: „Zone 30 ist ein wirksames, kosteneffizientes Sicherheits‑ und Gesundheitsinstrument. Der sicherheitsrelevante Effekt ist gut belegt; Umweltgewinne zeigen sich besonders beim Lärm – und werden mit guter Netzplanung zu Luft/Klima‑Effekten. Die Erfahrungen aus Oslo, Brüssel oder Spanien zeigen: Weniger Tempo rettet Leben – und macht Städte leiser und lebenswerter. Deshalb ist es gut, dass die Kommunen durch entsprechende Gesetzesänderungen mehr Gestaltungsmöglichkeiten haben. Die sollten wir nutzen.“

Die Grünen in Putzbrunn haben sich deshalb für Ausweitung von 30er-Zonen engagiert; zuletzt mit dem Antrag im September 2024 „Verkehrsberuhigende Maßnahmen auf der B 471 wie Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h, Radwege und Zebrastreifen“. Zur Begründung heißt es: „Der Verkehr auf der B 471 ist ein Gefahrenpotenzial, insbesondere für Fußgänger, Radfahrende und im Besonderen für die Schulkinder. Auch besteht eine starke Luft- und Lärmbelastung für die Anwohnenden. Die Lebensqualität ist massiv eingeschränkt.“

Florian Martius für das Magazin “Grüne Zeiten”

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